panel alt
Das VP3 - letzter Schrei in Sachen Rechnersystem und eVario anno 1987 - war mit der Steuereinheit, seinen beiden Varios und der alphanumerischen Anzeige beherrschendes Instrument im Panel beim Erwerb des Flugzeugs. Die seither verflossenen 24 Jahre waren jedoch nicht ganz unmerklich an der Entwicklung weiterer Rechnersysteme vorbei gegangen, inzwischen gab es GPS-gestützte Systeme und mit FLARM stand ein Anti-Kollissions-System zur Verfügung, das unserer Meinung nach in keinem Cockpit fehlen darf! FLARM konnen wir "schnell mal" integrieren, aber der Ersatz des VP3 durch das im Herbst 2011 angekündigten Butterfly-Vario machte tiefergehende Überlegungen zu einem neuen Instrumentenlayout nötig. Dabei sollte auch dem Platzbedarf eines fast 2m großen Piloten durch den Einsatz von 57mm-Instrumenten Rechnung getragen werden.
Nun sind Wünsche und Vorstellungen das Eine, ein auf ein Blatt Papier skizziertes Layout ergibt aber noch lange kein neues Instrumentenbrett. Dankenswerter Weise erhielt ich über segelflug.de von Maximilian Dietrich eine Auto-CAD-Zeichnung eines LS4-Instrumentenbretts - die mir als Theoretiker nicht weiterhalf, da ich keine Kenntnisse im Umgang mit solchen Programmen hatte und ich mich auch nicht einarbeiten, geschweige denn mir eines kaufen wollte. Aber, wozu hat man denn seinen alten Freund Klaus aus der Grundschulzeit, der Ingenieur geworden ist und mit solchen Programmen ganz virtuos umgehen kann? Und wozu stellt Martin Kopplow inzwischen 3D-Modelle gängiger Instrumente in des "Segelfliegers Einrichtungshaus" zur Verfügung, mit denen sich dann ganz prächtig unterschiedliche Anordnungen von Instrumenten auf dem Panel erproben lassen?
Durch die strikte Verwendung von "kleinen" 57mm-Instrumenten im oberen Teil des Instrumentenpilzes konnte dessen Fläche verkleinert und dadurch der Beinausschnitt um 2 cm angehoben werden. Dies ist aber nur möglich, wenn dann auch der gesamte Fuß des Instrumentenbretts "redesigned" wird. Also habe ich diesen genau vermessen und Klaus hat mit diesen Daten das passende 3D-Modell geschaffen, bis schließlich der gesamte Instrumententräger der LS4 passgenau im CAD-Programm vorlag.
ls4 traeger
Was sich hier in ein paar Sätzen schreibt bzw. liest, war doch eine ganze Menge Arbeit, die Klaus zum Teil allein vor seinem Rechner erledigt hat und die wir zu einem sicher ebenso großen Teil gemeinsam davor gesessen haben, um das Ganze immer weiter zu optimieren. Diesen Teil der Arbeit kann sicher nur derjenige realistisch einschätzen, wer täglich solche Dinge macht und an die hier geschilderte Arbeit sollte sich nur jemand machen, der mit CAD-Programmen virtuos umgehen kann - oder eben jemand gut kennt, der das kann...
Mit der CAD-Datei selbst steht allerdings noch lange kein neuer Instrumententräger im Cockpit. Und dafür ist es gut, wenn der Ingenieur nicht nur gut zeichnen kann, sondern auch noch einen Betrieb kennt, der aus diesen Daten und Alublech mit Hilfe eines Lasers und Biegemaschinen dann schließlich die einzelnen Teile herstellen kann. In meinem Fall war dies die Firma Alois Stehle in 88483 Burgrieden, welche aus den gelieferten Dateien schnell, präzise und - für einen Schwaben nicht unwesentlich - sehr kostengünstig die Einzelteile gefertigt hat. Nach Erhalt haben wir diese Teile zuhause probehalber zusammengesetzt und mit einigen Instrumenten bestückt:
panel alu
Der große Höhenmesser wurde an seinem alten Platz im Instrumentenfuß belassen. Zentral darüber ist der Ausschnitt für das Butterfly-Vario, rechts davon der Funk und in den linken freien Platz kam später ein Fuß-Höhenmesser. Rechts oben steckt schon das mechanische Variometer, während der 57mm-Fahrtmesser zur damaligen Zeit noch bei der Überpürfung im Werk war. Die FLARM-Anzeige befindet sich auch schon an ihrem späteren Platz und ebenso das Einbau-Mikrofon, für dessen Einbau wir uns im Zusammenhang mit dem Umbau ebenfalls entschlossen hatten.
Nun fehlte nur noch die Farbe auf dem Panel. Diese sollte durch Eloxieren aufgebracht werden, erledigt hat dies die Firma Franz Rieger Metallveredlung in 89555 Steinheim. Von dort haben wir das bei der Fertigung etwas zerkratzte Blech in einem hervorragenden Finish zurück erhalten.
panel elox
 Hier ist der eloxierte Instrumententräger schon am GfK-Bodenteil befestigt, einige Instrumente sind bereits eingebaut. Der untere Teil des Trägers nimmt in einem eigenen kleinen Träger die Schalter und Sicherungen für die Bordelektrik auf.
schlauchkupplung 
Bei dieser Gelegenheit wurden die Instrumente neu verschlaucht und eine Schnelltrennkupplung dazwischengeschaltet.
knueppel
Den alten Hartplastikgriff haben wir durch einen Komperdell "Foam Alpingriff" von ski-extreme ersetzt. Dieser geschäumte Griff hat eine viel angenehmere Haptik und durch seinen etwas größeren Durchmesser auch eine bessere Lage in der Hand. Beim entspannten Fliegen kann er trotzdem am unteren Ende bequem mit drei Fingern umfasst werden. Die Sendetaste ist auf die linke Seite gewandert und kann dort ohne Umgreifen entweder mit dem Zeigefinger oder dem Daumen bequem gedrückt werden. Zur Sollfahrtumschaltung dient ein Mini-Kippschalter von Cherry, der genau in den Ausschnitt für die Handschlaufe passt. 
panel fertig
Das fertig bestückte und eingebaute Instrumentenbrett. Bis zum Erscheinen des Butterfly-Varios nimmt dessen Platz noch das Westerboer 1020 ein. 
bf vario
Hier schließlich das fertige Panel mit dem Butterfly-Vario.
Nichts ist beständiger als der Wandel: Beherrschendes Element des Panels ist inzwischen das AirGlide-Display L und der Höhenmesser ist seiner elektronischen Variante in Form des AirControl-Displays gewichen:
emu 2018
Und weil das Bessere der Feind des Guten ist, haben wir das Panel ein weiteres Mal umgebaut. Die FLARM-Anzeige nahender Flugzeuge ist auf dem AirGlide-Display so gut gelöst, dass wir auf das FLARM-Display verzichteten und dafür das große Display zwei Zentimeter weiter nach oben und damit besser ins Blickfeld rücken konnten. 
panel2
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